Das sollten Sie über die Kosten für ein Lektorat wissen:

Auch wenn der Volksmund so treffend formuliert: „Spare nie am falschen Ende!“, so sind doch die Kosten für ein Lektorat, die Sie einplanen müssen, ein ziemlich wichtiger Faktor.

Natürlich auch für mich, denn es wäre natürlich ganz wunderbar, wenn Sie am Ende auch wirklich in der Lage sind, den Betrag aufzubringen.

Ich biete meinen Kunden keinen „Pauschalpreis pro Seite“ an, sondern kalkuliere für jeden Text individuell.

Das bedeutet: Je besser Ihr Text ist, je weniger muss ich arbeiten. Und dass Sie das dann am Ende weniger kostet, versteht sich von selbst.

Ich rechne die Kosten für ein Lektorat grundsätzlich und ganz einfach nach der Zeichenzahl ab. Nehmen wir an, Ihre Arbeit umfasst beispielsweise 100 000 Zeichen – das entspricht je nach Formatierung ungefähr 45–55 Seiten. Und wir haben uns vorher auf einen Preis bspw. in Höhe von 2,60 Euro pro 1000 Zeichen für das Lektorat, also die vollständige inhaltliche Optimierung, geeinigt. Dann müssten Sie am Ende, das ist jetzt nicht sooo schwer zu berechnen, 260 Euro berappen.

Geht doch, oder?

PS: Wann immer wir über die Kosten für ein Lektorat reden, handelt es sich um verbindliche Fixpreise. Es kommt nichts mehr hinzu, und die Steuer steckt, wenn nicht im Angebot ausdrücklich anders vereinbart, selbstverständlich auch schon drin.

Eine Geschichte, eine Geschichte!

Da kommt doch letztens ein Betriebswirt zu mir und legt mir einen Text zum kostenlosen Probelektorat vor, also … da musste ich wirklich schon genau hinschauen, um überhaupt etwas zu finden. Die Wiwis liefern wirklich im Schnitt die besten Texte ab. Kann man ja ruhig mal erwähnen, bin ja schließlich auch einer.

Ich spreche also mit ihm, biete ihm natürlich einen fairen, sprich günstigen Preis an, sage ihm aber gleich, dass er aufgrund der wirklich sehr guten Ausgangslage damit rechnen muss, dass sich meine Optimierungen in engen Grenzen halten werden. Kein Problem, sagt er, das sei es ihm wert, und wenn am Ende auch nichts verbessert sein würde, so könne er dann doch sicher sein, alles richtig gemacht zu haben.

Und ich lese und lese … und denke: Nun gut, ab und an ein Komma vergessen, ab und an mal ein Singular, wo ein Plural hingehört, mal ein Bindestrich statt Gedankenstrich … aber ansonsten echt top.

Und lassen Sie es Seite 39 oder 40 gewesen sein, da schreibt der junge Mann über ein US-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 11 Billionen US-Dollar.

KLINGELING!!!

Für alle nicht so an der englischen Sprache Interessierten: Im angloamerikanischen Sprachraum wird die deutsche Milliarde mit „billion“ übersetzt. Bedeutet: Der gute Mann hatte sich mal eben um den Faktor 1000 vertan. 11.000.000.000 US-Dollar, das entspricht dem 50-fachen Umsatz von Apple, die gesamten USA erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von ca. 20 Billionen US-Dollar.

Und wenn die Wiwi-Profs für eines bekannt sind, dann für ihre Humorlosigkeit. Bedeutet: Mit DEM Lapsus wäre mein Kunde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durchgefallen. Ein einziger Patzer von diesem Kaliber reicht nämlich beim kritischen Leser – da kann der Rest auf Nobelpreis-Niveau verfasst sein.

Das Ende vom Lied: Er hat eine 1,3 bekommen und promoviert jetzt. Dass ich ihn dabei von Beginn an coache, muss ich nicht erwähnen, oder?

Was ich damit sagen will: Die Kosten für ein Lektorat lagen bei ihm bei knapp 300 Euro, nach eigenem Bekunden „die bestinvestierten 300 Euro seines Lebens“.

Gut, dass er auf Nummer sicher gehen wollte, oder?

(PS: Die deutsche Billion ist im Englischen übrigens die „trillion“, und unsere Billiarde wird mit „quadrillion“ übersetzt. Geisteskrank? Oh ja. Aber gut, wenn man jemanden hat, der sich damit auskennt. Und mit dem ganzen Rest auch.)

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